Sprechen Sie kubanisch?

Das in Kuba gesprochene Spanisch hat die typische Einfärbung der hispanoamerikanischen Dialekte. Es stellt einen Subdialekt des karibischen Spanisch dar und ähnelt dem im Süden Spaniens gesprochenen Dialekten, was seine historische Begründung wahrscheinlich in der ersten Einwanderungswelle von Spanien nach Amerika haben dürfte.

Die meisten Spanier stammten von den Kanaren oder aus Südspanien. Spanische Muttersprachler haben häufig Schwierigkeiten das kubanische Spanisch zu verstehen und nennen es scherzhaft „Cubanol“.

Kubanische Frau am Mikro

Die Eigenarten der Sprache auf Kuba sind eng mit der spanischen Einwanderung auf den amerikanischen Kontinent verbunden. Die Mehrheit der Einwanderer ließen sich zunächst in Kuba, Santo Domingo und Puerto Rico nieder und besiedelten die karibischen Inseln, bevor sie sich von da aus auf den Weg zum amerikanischen Festland machten. Viele von ihnen stammten aus den verschiedensten Regionen Spaniens, sprachen selbst kein Hochspanisch und passten sich der bereits vorherrschenden Sprache im karibischen Raum an. Die Urbevölkerung verschwand immer mehr, so dass ihre Sprache keinen Einfluss haben konnte. Auch die aus Afrika stammenden Sklaven, die bald den Großteil der Bevölkerung ausmachten, konnten trotz ihrer zahlenmäßigen Stärke keine Eigenheiten in die Sprache einbringen. Lediglich hinter dem Austausch der Konsonanten "l" und "r" wird ein afrikanischer Ursprung vermutet, allerdings findet man diese Besonderheit auch in einigen abgelegenen Teilen Andalusiens.
Das kubanische Spanisch weist unter anderem folgende Besonderheiten auf:
Charakteristisch ist das so genannte Seseo, wobei zwischen dem "s" und dem "z" phonetisch kein Unterschied mehr gemacht wird. Gleichklingende Worte mit unterschiedlicher Bedeutung sind nur über ihren Kontext auszumachen.

Das Pronomen der zweiten Person Plural „Ihr“ ist aus der Alltagssprache beinahe vollständig verschwunden. Auch die höfliche und respektvolle Anrede mit „Sie“ findet man nur noch selten, in Kuba wird fast ausschließlich geduzt.

Der Doppelkonsonant "ll" wird als "y" ausgesprochen. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird auch das "s" am Ende eines Wortes oder auf einen Vokal folgend weggelassen. Ein "d" zwischen zwei Vokalen wird mehr angedeutet als direkt ausgesprochen. "r" und "l" werden häufig vertauscht.