Mit Malaria ist nicht zu spaßen!

Malaria - die Krankheit aus den fernen Tropen bekam hierzulande vor allem durch den damaligen Bundeswirtschaftsminister Günter Rexrodt ein Gesicht. Der FDP-Politiker, der sich seinerzeit auf (s)einer Dienstreise nach Südafrika infiziert hatte, hatte sich bereits seit Tagen unwohl gefühlt. Schließlich hatte sich sein Zustand derart verschlechtert, dass dem Notarzt keine Wahl bleib. Einweisung in eine Klinik. Das Virchow-Klinikum bestätigte dann die erschreckende Diagnose: "Malaria tropicana", die schwerste, akut lebensbedrohliche Form mit anhaltendem, jedoch schwankendem Fieber, Schüttelfrost, Durchfällen und Kopf- und Gliederschmerzen. Ausgang ungewiss und potentiell tödlich!

Kubanische Briefmarke

Doch was genau ist eine Malaria, und wie wird sie übertragen?

Verursacher ist eine Stechmücke, die auch unter dem Namen Anopheles-Mücke bekannt ist. Sie überträgt bei ihrem Stich verschiedene Erreger, sogenannte Plasmodien (einzellige Parasiten), die unterschiedliche Formen des Wechsel- oder Sumpffiebers hervorrufen. Die gefährlichste Form ist dabei die "Malaria tropica", die unbehandelt zum Tod führen kann.
Weltweit erkranken jährlich mindestens 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, wobei die Krankheit bei rund einer Million Menschen zum Tod führt. Damit ist Malaria die häufigste Tropenkrankheit und - obgleich in Deutschland lediglich als "Reisemitbringsel" bekannt - in vielen Regionen der Erde ein ernstes Problem.

Erstmals entdeckt wurden Plasmodien als Erreger der Malaria übrigens 1880 in Algerien. Der Begriff selbst stammt dagegen aus dem Italienischen ab und bedeutet so viel wie "schlechte Luft " (mal aria), da man zunächst glaubte, die Ausdünstung der Sumpfgebieten würde die Menschen krank machen.

Heute ist die Krankheit in Asien, Afrika und Südamerika weit verbreitet und damit auch für Fernreisende ein Problem.

Natürlich sinkt das Risiko, zu erkranken, sobald das Risiko eines Mückenstiches minimiert wird. Daher gibt es - neben Moskito-Netzen, die den Reisenden noch im Schlaf beschirmen - so genannte Repellents oder Aerosole, die Anopheles und anderen Blutsaugern den Appetit vermiesen.

In Abstimmung mit dem Hautarzt oder einem Tropeninstitut ist es zudem möglich, bereits vor Antritt der Reise prophylaktisch Medikamente gegen Malaria einzunehmen. Diese stärken die Abwehrmechanismen des Körpers im Falle eines infektiösen Mückenstiches. Dabei handelt es sich natürlich um einen "Chemiecocktail", der - wie jedes Medikament - auch Nebenwirkungen hat.

Zudem ist die Durchseuchung der Moskitos mit den Erregern nicht überall gleich: Während einige die in der Tat hoch-gefährliche "Malaria tropica" übertragen, beherbergen andere Mücken-Stämme "lediglich" Erreger der vergleichsweise gutartigen Formen "Malaria tertiana" bzw. "Malaria quartana".

Die Prophylaxe sollte daher ganz gezielt mit Fachleuten besprochen werden, zumal darüber diskutiert wird, ob vorbeugende Medikamente vielleicht eindeutige Symptome verhindern und damit die schnelle und sichere Diagnose (und damit Aufnahme in eine Klinik) erschweren!

Die Insel Kuba ist nach Auskunft des Auswärtigen Amtes derzeit malaria-frei!

Dabei entspricht die gesamte medizinische Versorgung jedoch nicht dem Standard Westeuropas. Auch die Versorgung mit Medikamenten ist - selbst in Spezialkliniken -, eingeschränkt: "Reisende sollten daher unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen, die auch den Rücktransport im Krankheitsfall einschließt!"